Bauten

06|2026

Hybrider Neubau für die Forschung im Bereich der Meereswirtschaft

Das „Atlantic Science Enterprise Centre“ (ASEC) in Moncton (New Brunswick) ist ein föderales Neubauvorhaben im Rahmen der Laboratories Canada Strategy. ASEC ist eines von fünf kanadischen Wissenschaftszentren. Ziel ist die Schaffung eines zeitgemäßen Forschungszentrums für Wasser‑ und Küstenökologie in Kanadas Nordosten, das bis 2032 vollständig in Betrieb sein soll. Das 10-Jahres-Projekt umfasst den Neubau moderner Labor‑ und Büroflächen für mehr als 700 Mitarbeiter aus vier Bundesbehörden (Ministerium für Fischerei und Ozeane; Umwelt- und Klimaministerium Kanada; Kanadische Lebensmittelkontrollbehörde; Nationaler Forschungsrat) und der Canadian Space Agency sowie die Sanierung der historischen Fassade des Collège Notre‑Dame‑d’Acadie.

Public Services and Procurement Canada (PSPC) als staatliche Bauherrin vergab im Oktober 2021 zwei Hauptaufträge an Diamond Schmitt (mit EXP als Partner) für die Architektur‑ und Ingenieurleistungen und an Pomerleau Inc. als GU für die Bauausführung. Erster Spatenstich war im Juli 2023, mit dem Rohbau ging es im November 2024 los. Ein zentrales Element des hybriden Bauprojekts ist die intensive Nutzung von Holz in einem Flügel des Neubaus, damit der ASEC-Gesamtbau den LEED‑Goldstandard erreicht. Lieferant für die BSHStützen, -Unterzüge und Brettsperrholz-Deckenelemente ist Nordic Structures

Das Gesamtbudget des ASEC wird mit rund 600 Mio. CAD angegeben. Davon entfallen etwa 400 Mio. CAD auf die reinen Baukosten. Die Finanzierung erfolgt aus Bundesmitteln, wobei ein signifikanter Teil als Investition in die regionale Wirtschaft und die „Blue Economy“ (Wirtschaft rund um die marinen Ökosysteme) betrachtet wird

Der Neubau ist Phasen gegliedert: in der ersten Phase (2021‑2024) wurde der Standort vorbereitet und der Neubau so organisiert, dass der Betrieb des Gulf Fisheries Centre während des Neubaus weiterlaufen kann. Mit der Errichtung des neuen Wissenschaftsflügels nördlich des Bestandsgebäudes sind die Arbeiten aktuell in der 2. Phase (2024‑2028). In der dritten Phase (2028‑2032) soll dann sukzessive der Umzug der Wissenschaftler in die Labore und Büros (insgesamt 31.400 m²) erfolgen, außerdem die Rekonstruktion der historischen Fassade des Gulf Fisheries Centre, um dieses Erbe zu bewahren. Die Architektur greift dabei typische gestalterische Elemente der indigenen Bevölkerung auf.

Auf dem jetzigen ASEC-Gelände in Moncton befand sich ursprünglich das Collège Notre-Dame d’Acadie, eine1948 erbaute Mädchenschule. Die von den Schwestern von Notre-Dame-duSacré-Coeur geleitete Schule wurde 1965 geschlossen und 1982 vom kanadischen Ministerium für Fischerei und Ozeane zum „Gulf Fisheries Centre“ umgebaut. Nach 80 Jahren war es an der Zeit, die alte Infrastruktur zu ersetzen.

  • Architektur‑ und Ingenieurleistungen: Diamond Schmitt (mit EXP als Partner) 
  • Bauherrin: Public Services and Procurement Canada (PSPC) 
  • Generalunternehmer: Pomerleau Inc. 
  • Holzbau: Nordic Structures 
  • Fotos / Renderings: Diamond Schmitt; Infinity Aerials