Bauten

06|2026

„Rotväven" in Borlänge: Pilotprojekt der Holzkette in Dalarna/Schweden

Die schwedische Holzbaufirma Byggpartner (600 Mitarbeiter) hat sich 2023 zum Neubau ihres Firmensitzes entschlossen, um alle Mitarbeiter der Unternehmenszentrale in Borlänge (rund 2,5 h nordwestlich von Stockholm,) in einem Holzgebäude zusammenzufassen. Gleichzeitig sollte es auf Zuwachs geplant werden, also erweiterbar (aufstockbar) werden und auch rückbaubar sein. ByggPartner (Konzerntochter von Byggpartner Gruppen) beauftragte das Planungsbüro Gaia Arkitektur AB mit der Gestaltung des Projekts „Rotväven“ (Wurzelgeflecht), das sich nicht nur als Büro eignen sollte, sondern künftig auch andere Nutzungen erlaubt.

Für die Bauherrin, die gleichzeitig auch die ausführende Baufirma ist, ist es nicht nur ein Pilot-, sondern auch ein Forschungsprojekt. Der Name „Wurzelgeflecht“ spielt auf das Zusammenspiel der Akteure in der Holzkette in der Region Dalarna an - vom Wald bis zum Holzhandwerk . Dieses Projekt soll den Blick auf diese Art Holzarchitektur lenken und sie so fördern. Das Projekt Rotväven ist mit dem von Vinnova finanzierten Forschungsprojekt „Lebendiger Wald, lebendige Gesellschaft“ im Rahmen des Programms „Bauen für die Zukunft! Innovation für einen nachhaltigen Bau- und Anlagensektor“ verknüpft. Vinnova ist die staatliche schwedische Innovations-Fördergesellschaft.

Für Rotväven sollte möglichst viel Material aus der Umgebung kommen, von lokalen Handwerkern verbaut werden und dabei bevorzugt regional verfügbare Holzarten eingesetzt werden, um viel Wertschöpfung in der Region zu belassen. Gleichzeitig sollte auch materialsparend und ressourcenschonend gearbeitet werden, also auch mit nur kurzen Transporten.

In dem dreigeschossigen Holzbau mit 1.800 m² Bürofläche sollen ab 2027 die 70-75 eigenen Mitarbeiter unterkommen, ein Teil des Gebäudes soll aber auch vermietet werden. Die Flächen sind eine Mischung aus abgeschlossenen Büros und Großraum-Bereichen, mit jeweils zwei Kaffeeküchen pro Etage und einem größeren Versammlungsraum im Erdgeschoss. An der Fassade der Obergeschosse soll der Bau traditionelle Elemente des Holzbaus zeigen, während im Erdgeschoss eine Glasfassade dominiert.

 Baubeginn war Anfang November 2025, der Holzeinschlag für das benötigte Bauholz erfolgte bereits im Frühjahr davor. Die Frühlings- und Sommermonate 2025 wurden für den Einschnitt im Sägewerk und die Vortrocknung an der Luft genutzt, ehe das Holz weiterverarbeitet wurde. Im Januar liefen die Montagearbeiten für den Hochbau an. Bei dem Skelettbau werden für Knotenverbindungen u.a. zimmermannsmäßige Holz-Holz-Verbindungen eingesetzt. Rotväven soll im Frühling 2027 bezugsfertig werden.

  • Architektur: Gaia Arkitektur AB 
  • Bauherrin: Byggpartner 
  • Holzbau: Byggpartner u.a. 
  • Fotos / Renderings: GAIAark; ByggPartner; Dalagruppen