Bauten

03|2026

Taru Tallinn – Arbeiten, lernen und kommunizieren wie in einem Bienenstock

Auf der aktuell größten Holzbau-Baustelle Estlands laufen nach einem harten Winter die Arbeiten im Laufe des Jahres Richtung Fertigstellung. Im Januar 2025 berichteten wir erstmals über das Projekt "Taru" (Bienenstock), mit dessen Bau ein Jahr zuvor begonnen wurde, damals noch unter dem Projektnamen Loodusmaja (Naturhaus) lief.


Der Komplex aus drei (unterirdisch miteinander verbundenen) Gebäudeteilen mit insgesamt 24.660 m² Netto-Nutzfläche liegt im Hafenquartier Noblessner, einer ehemaligen Werftanlage im Stadtteil Kalamaja, 2 km nordwestlich der Altstadt von Tallinn: ein dreieckiges Naturkundemuseum, das fünfgeschossige Umwelthaus mit Glasfassade und seinem hohen Innenhof (17 m breit, 68 m lang), sowie ein viergeschossiges Bürohaus.


Mit einem eigenen estnischen Wahrzeichen von internationaler Strahlkraft für den Holzbau will Estland den öffentlichen Raum der Hauptstadt aufwerten und in Taru künftig (ab 2027) jedes Jahr eine Viertelmillion Besucher empfangen. Über 54,4 Mio. Euro (netto) hat das Land für das Projekt an der Uferpromenade des Stadtteils Kalamaja bewilligt. Mit dem Naturkundemuseum soll ab 2027 die Naturerziehung des Landes verbessert und sollen auch die bislang über die Stadt verstreut lagernden Sammlungen zusammengeführt werden.


Außerdem will man hier weitere Institutionen wie das Umweltamt, die Umweltagentur, das Umwelt-Investitionszentrum, das IT-Zentrum des Klimaministeriums und die Agentur für Landes- und Raumplanung unterbringen. Auch ein Restaurant, Tagungs- und Ausstellungsräume werden eingerichtet. 570 Arbeitsplätze sollen unter den Dächern von „Taru“ zusammengeführt werden und eine Begegnungsstätte im Stile eines Bienenstocks entstehen.


Den Zuschlag als Generalübernehmer erhielt Nordecon aus Tallinn, die „Taru“ im Auftrag des Developers Riigi Kinnisvara AS baut, einem Staatsunternehmen, das dem Finanzministerium zugeordnet ist. Gebaut wird nach Entwürfen des Architekturbüros KAVAKAVA OÜ, dass sich 2019 in einem Wettbewerb gegen 16 Mitbewerber durchsetzte. Als Zulieferer aus dem Holzbereich sind ARCWOOD (Peetri Puit) für die CLT- und BSH-Bauteile (4300 m³ CLT und 980 m³ BSH), EstNor für die Fassaden und Dächer sowie u.a. Rothoblaas in das Projekt eingebunden.


  • Architektur: KAVAKAVA OÜ
  • Developer: Riigi Kinnisvara AS
  • Generalübernehmer: Nordecon
  • Holzbau: ARCWOOD, EstNor, Rothoblaas
  • Fotos: Arcwood/Tõnu Tunnel, Karpo Kalda ,Nordecon/Erki Juhkam