Bauten

10|2026

Holzbau in der Arge: Das IBA-Großprojekt Rotweg in Stuttgart

Im Rahmen der Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27) entsteht am Rotweg in Stuttgart-Rot (bei Zuffenhausen) ein neues Quartier mit frei finanziertem und auch gefördertem Mietwohnraum für 220 Haushalte.

Acht der zehn Gebäude auf dem Areal eines ab Ende 2023 abgerissenen Wohnquartiers aus den 1949/50er-Jahren entstehen Hybridbauten mit einem massiven Sockel aus Stahlbeton und Holzbauelementen vor allem an den Fassaden. Die drei beteiligten Holzbauunternehmen der Arge haben für das Quartier „Am Rotweg“ Elemente für rund insgesamt 10.000 m² Außenwand vorgefertigt. Erstellt werden Ein- bis 5-Zimmer-Wohnungen mit 35 bis 270 m² Wohnfläche und Studenten-Appartements, einige Clusterwohnungen, eine Pflege-Wohngemeinschaft (im Haus Dine) und eine inklusive Kita (im Haus Diana), außerdem Gastronomie-, Büro- und Gewerbeflächen (in den Häusern Pia und Dine).

In den Erdgeschossen der drei- bis siebengeschossigen Wohngebäude werden auch gemeinschaftlich nutzbare und gewerbliche Einrichtungen für die Nahversorgung untergebracht. Mit Räumen für Service- und Betreuungseinrichtungen wurde auch die Möglichkeit des Älterwerdens im Quartier mitgeplant.

Das städtebauliche Konzept wurde von ISSS research | architecture | urbanism (Berlin) und TOPO GRAFIK (Marseille) entwickelt. Die architektonische Planung haben die Büros ISSS, EMT Architekten und StudioVlayStreeruwitz übernommen.

Die Auftraggeber sind zwei Baugenossenschaften: Neues Heim eG (BGNH) und die Bau­genossenschaft Zuffenhausen eG (BGZ), die sich zu einer Projektallianz zusammengeschlossen haben. Grundsteinlegung war am 22.5.2025. Erste Wohnungen werden aktuell bezugsfertig.

Gebaut wird das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft Rotweg, die sich aus der Geiger Gruppe (Oberstdorf) mit der Firma Geiger Schlüsselfertigbau und der Geiger-Holzbau-Tochter müllerblaustein HolzBauWerke GmbH (Blaustein) sowie den Holzbauunternehmen Gumpp & Maier GmbH (Binswangen) und Huber & Sohn GmbH & Co. KG (Bachmehring) zusammensetzt.

Acht Gebäude werden in Hybridbauweise (Stahlbetonstruktur mit Erdgeschossen aus Stahlbeton) erstellt und mit Fassadenelementen aus Holzfertigelementen ab dem ersten Obergeschoss errichtet. Diese Grundkonstruktion wird in neun von zehn Gebäuden im Quartier analog ausgeführt. Bei zwei weiteren Gebäuden sind die Holzbauanteile höher. Ein dreigeschossiges Gebäude (Haus Olive) erhält tragende Wände und Decken aus Holz sowie eine Holzrahmenfassade, ein weiteres Gebäude (Haus Pia) bekommt Holzrahmenwände und ein tragendes Holzgeschoss im obersten (4.) Stockwerk mit einem Sheddach. Für Abwechslung im Straßenbild sorgen unterschiedliche Sichtschalungen und farbige Fensterprofile.

  • Architektur: ISSS, EMT Architekten, StudioVlayStreeruwitz 
  • Bauherrin: Neues Heim eG (BGNH), Bau­genossenschaft Zuffenhausen eG (BGZ), 
  • Holzbau: Geiger Schlüsselfertigbau, müllerblaustein HolzBauWerke, Gumpp & Maier, Huber & Sohn 
  • Fotos / Visualisierungen: MüllerBlaustein, Conné van d' Grachten, ROCKWOOL Group