Bauten

05|2026

Ein Ausbildungszentrum nach Öko-Kriterien

Bordeaux gehört zu den grossen französischen Städten, die bei den Gemeindewahlen 2020 im Zuge einer unverhofften grünen Welle eine umweltfreundliche Politik umsetzen konnten (das Experiment wurde in Bordeaux allerdings bei der kürzlichen Gemeindewahl beendet).

Als einer der wenigen Vorreiter des sozialen Wohnungsbaus mit Holz wurde Bernard Blanc damit beauftragt, für die Stadt Bordeaux einen neuen Baustandard zu schaffen, der Bâtiment Frugal Bordelais. Das Wort « frigal » bezieht sich auf eine von Dominique Gauzin-Müller, Alain Bornarel und Philippe Madec 2018 ins Leben gerufene Bewegung für genügsames und kreatives Bauen. Bernard Blanc stiess allerdings in Bordeaux auf starken Widerstand und ging in den Ruhestand.

Trotzdem gilt das neue Ausbildungszentrum im Nord-Osten von Bordeaux als ein Zeugnis dieser Bemühungen. Die breitflächige Benutzung von Holzfassaden trügt: Alleine der fünfstöckige Rohbau ist ab Grundgeschoss im Schottenbau mit Holzbaufassaden aus Douglasie entstanden und wird zum Teil zur Beherbergung der Azubis benutzt. Die Gliederung der Fassade entspricht einer gestalterischen Entwicklung, die seit der Umwandlung eines Aufnahmestudios in ein Studentenheim rue Bertelotte in Paris durch die Nzi Architectes zur Regel geworden ist. Die von der Brandschutzordnung verlangten breiten Metallauskragungen werden durch vertikale Pfosten aus Douglasie gestützt. Atelier Téqui Architectes aus Paris entscheidet sich allerdings bei den zwei ersten Etagen für eine Auflockerung der Pfosten

  • Architektur: Nzi Architectes, Atelier Téqui Architectes 
  • Bauherr: Stadt Bordeaux 
  • Fotos: 11h45