Bauten

02|2026

Spektakulärer Hangar in Auckland

Auf der Europa gegenüberliegenden Seite der Erde ist 2025 ein Großprojekt des Holz(hybrid)baus fertig geworden, das wir hier kurz vorstellen. Für einen Inselstaat wie Neuseeland ist Luftverkehr essentiell, denn das Land im Südpazifik liegt weit ab von der übrigen Welt. Von Auckland nach Sydney sind es mit dem Flieger immer noch „nur“ 3,5 Stunden.

Die Fluggesellschaft Air New Zealand kündigte 2019 im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie einen Hangarneubau an, der für die Wartung künftiger Verkehrsflugzeuge wie eine Boing 787-9 und zwei Airbus A320/321 Platz bieten sollte – wohlgemerkt gleichzeitig. Nach 7 Jahren Projektlaufzeit und etwa 18 Monaten Bauzeit wurde am 19. September 2025 im Beisein von Premierminister Luxon der neue „Hangar 4“ in Auckland in Betrieb genommen – ein Großprojekt sowohl für die Bauherrin, als auch für den Holzbau in NZ. Und in Beispiel für Leichtbau und gute Zusammenarbeit in einer relativ kurzen Kette mittelständischer Firmen: regionale Planer, Baugeschäfte, Zulieferer und Dienstleister. Die Baufirma NZ Strong Group als GU konnte das Projekt nach 7 Jahren Laufzeit trotz Pandemie und Änderungen der Bauvorschriften termingerecht übergeben.

Gebaut wurden 10.000 m² Hangar, weitere 5.000 m² Werkstatt und Ingenieurbüros und dabei rund 1.200 m³ Holz (LVL und CLT aus Radiatakiefer) eingesetzt. Mit 97 m Spannweite, 100 m Länge und knapp 36 m Höhe ist es angeblich das größte Holztragwerk der Südhemisphäre und spannt weiter als der Museumshangar in Tillamook/Oregon. Dabei ist es innen (tagsüber) dank einer ETFE-Außenhaut sehr viel heller

Warum kein Hangar aus Stahl oder Stahlbeton? Air New Zealand hatte bereits Erfahrung mit einem kleineren Holzhangar in Auckland, außerdem überzeugten Holzentwurf (von Studio Pacific Architecture (SPA) und Konstruktion (von Dunning Thornton) mit Flexibilität bei Erdbeben und Stürmen: sie kann bis zu 30 cm schwingen. Hinzu kamen die Pluspunkte für Holz (Radiatakiefer aus NZ-Plantagen) bei der Nachhaltigkeitsbewertung (Green Star 6 Sterne). 

Die Hülle des 10.000 m² großen Hangars wird von 8 Fachwerkbindern (je 38 t) getragen. Die Ober- und Untergurte wurden nach dem DfMA-Prinzip in 2 Werken (LVL-Werk Nelson Pine Industries Ltd. und Ing. Holzbau HTL) auf der Südinsel vorproduziert, mit Lkw-Transportern für Windkraftanlagen und per Schiff auf die Nordinsel zum Werk von XLAM NZ LIMITED in Māngere gebracht. Dort wurden sie mit CLT-Elementen zu 25m-Teilfachwerken komplettiert und verschraubt (SPAX, Rothoblaas) und mit Holzschutzlasur (von CUTEK® Wood Solutions) behandelt. Erst auf dem Flugplatz Auckland wurden die Bögen zusammengesetzt, verschraubt und mit dem größten Raupenkran des Landes (von Smith Crane & Construction Ltd) aufgerichtet. Die aussteifenden Elemente (Pfetten, Stirnwand) lieferte MATH Carpentry. 

  • Architektur: Studio Pacific Architecture (SPA), Dunning Thornton 
  • Bauherr: Air New Zealand 
  • Bauausführung: NZ Strong Group Holzbau: Nelson Pine Industries Ltd., Ing. Holzbau HTL, XLAM NZ LIMITED
  • Verbindungsmittel/Holzschutz: SPAX, Rothoblaas, CUTEK® Wood Solutions 
  • Fotos/Render: Air NZ; SPA; Tomkin Taylor/Simon Harvey; Roger Dickie NZ