Bauten

04|2026

Schifffahrtsmuseum an der US-Westküste erweitert Ausstellungsfläche

Das Schifffahrtsmuseum von Astoria (US-Bundesstaat Oregon) hat 2024 eine Erweiterung seiner überdachten Ausstellungsfläche in Angriff genommen. Das Columbia River Maritime Museum (kurz CRMM) baut seit dem Frühjahr 2025 eine 2.270 m² Ausstellungshalle (sog. „Mariners Hall“) für hunderte von Exponaten, die aktuell noch in Depots lagern, weil nicht genügend Platz vorhanden ist.

Die neue Halle, für die die Baukosten mit rund 30 Mio. USD beziffert werden, wurde ab Ende Mai 2025 um das größte Ausstellungsstück herum montiert, einen 16 m langen Seenotrettungskreuzer der US-Küstenwache. Das Büro Opsis Architecture erstellte im Auftrag des Museums den geschwungenen Entwurf der Mariners Hall. Als Generalunternehmen wurde Rickenbach Construction Inc. für den Bau beauftragt. Die Tragwerksplanung und den Holzbau führte StructureCraft aus. Die Leimbinder aus Douglasien-BSH fertigte ZIP-O-LAMINATORS LLC in Eugene (Oregon), die dann in der Produktionshalle von StructureCraft in Abbotsford bei Vancouver vorgefertigt wurden. Die Montage des hybriden Holztragwerks mit einigen Stahlstützen erfolgte Mitte Mai bis Ende Juni 2025.

Weil der Baugrund am Ufer des Columbia River, der unweit von Astoria in den Pazifik mündet, sehr weich ist, musste die Betonbodenplatte auf Stahlpfähle gelegt werden, die bis 15m tief in den Untergrund reichen.

Das geschwungene Holzdach mit seinen BSH-Bindern als Rippen hat bis zu 18 m Spannweite. Die Binder wurden mit 150 ebenfalls bereits im Werk vorgefertigten Sperrholzplatten eingedeckt. Licht kommt von der Seite durch raumhohe Fenster.

In der Maritime Hall sollen künftig 26 Boote und Schiffe und ein von der Decke hängender Hubschrauber der Küstenwache ausgestellt werden und Geschichten um die Schiffahrt in der Region erzählen. Astoria wurde 1811 als Umschlagsort des Pelzhandels gegründet. Die Kleinstadt entwickelte sich zu einem Zentrum des Lachsfischfangs weiter, später siedelte sich Konserven- und Holzindustrie an. 


  • Architektur: Opsis Architecture
  • Bauherr: Columbia River Maritime Museum
  • Generalunternehmer: Rickenbach Construction Inc.
  • Holzbau: StructureCraft, ZIP-O-LAMINATORS LLC
  • Fotos: FLOR Projects/Nicholas Kielbasa, Opsis; StructureCraft; CRMM
  • Rendering: Opsis