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04|2026
Wo der Holzbau boomt – und wo Deutschland sein größtes Potenzial verschenkt
Während Thüringen und der Süden bei der Holzbauquote voranpreschen, bleibt das bevölkerungsreichste Bundesland NRW weit hinter seinen Möglichkeiten zurück – besonders im Mehrfamilienhausbau.
Woran liegt es, dass das größte Potenzial Deutschlands noch ungenutzt bleibt?
Der Holzbau wächst gegen den
Markttrend, doch die regionale Landkarte Deutschlands offenbart massive
Kontraste. Während der Bundesdurchschnitt bei den Genehmigungen stabil bleibt,
zeigt der Blick auf die Details eine Schere zwischen Vorreitern und schlafenden
Riesen. In Baden-Württemberg (12,4 % im Mehrfamilienhaus) und Thüringen (22,7 %
im Mehrfamilienhaus) ist die Zukunft bereits Realität, während der bundesweite
Schnitt bei lediglich 8,2 % im
Geschosswohnungsbau liegt.
Das Sorgenkind NRW: Ein Markt mit
gewaltigem Potenzial
Besonders im bevölkerungsreichsten
Bundesland Nordrhein-Westfalen ist die Diskrepanz enorm. Mit 18 Millionen
Einwohnern bietet NRW den größten Markt, doch die Holzbauquote im
Mehrfamilienhausbau liegt bei mageren 4,9 %. Dass die Industrie bereit ist, beweist
die Quote von 20,7 % bei kleineren Wohngebäuden. Trotz der Unterstützung durch
Bauministerin Ina Scharrenbach bremsen strukturelle Hürden den Fortschritt. Oft
verzögern Vorbehalte in den Bauämtern, mangelnde Routine bei Planern sowie ein
noch nicht optimal abgestimmtes Vergabe- und Ordnungsrecht den großflächigen
Einsatz von Holz.
Zeit für den Aufbruch
Trotz dieser Hürden überwiegt der Optimismus. Unsere Mitgliedsunternehmen melden ein spürbar steigendes Interesse und zahlreiche neue Projektstarts im Westen. Die Kompetenz der Industrie steht bereit, um die Lücke zwischen dem Potenzial und der Realität zu schließen. Wenn die Verwaltung und die Planungsprozesse nun mit der Geschwindigkeit des seriellen Bauens Schritt halten, wird der Holzbau zum entscheidenden Stabilisator in der aktuellen Baukrise.
Quelle/Bild ©HDH Die Holzindustrie